Bohrwiderstandsmessung

Die Ausführung einer Bohrwiderstandsmessung ist besonders an teilweise verdeckt liegenden Bauteilen wie Balkenköpfen im Außenmauerwerk eine gute Möglichkeit, um Holzschäden ausfindig zu machen. So kann der Fachmann zerstörungsarm und ohne größeren Aufwand nicht sichtbare Holzschäden feststellen, die sonst nur durch Bauteilöffnungen am Mauerwerk sichtbar würden. Da die Bohrnadel sehr dünn ist, hinterlässt die Bohrwiderstandsmessung eine kaum sichtbare Eindringöffnung von ca. 1 mm Durchmesser. Dies ist gerade im Denkmalschutz bedeutsam.

Bohrwiderstandsmessung

Bohrwiderstandsmessung

Anwendung der Bohrwiderstandsmessung

Diese Methode wird angewandt, um Balkenköpfe, Holzmaste, Sparren und andere Bauteile auf Innenfäulen zu untersuchen. Bei Innenfäule sieht man den Schaden von außen nicht. Bestimmte holzzerstörende Pilze wie zum Beispiel die Blättlinge, der Ausgebreitete Hausporling und auch der Echte Hausschwamm verursachen Innenfäulen.

Methode

Bei dieser Methode wir ein geeichtes Spezialmessgerät verwendet, welches einer Bohrmaschine ähnelt. Die ca. 30 cm lange und nur 1 mm dicke Bohrnadel aus hochfesten Stahl drint im Winkel von 45 Grad in den Balkenkopf. Das Gerät erstellt dabei ein Diagramm über den Eindringwiderstand. Geht dieser gegen Null, muss von einer Innenfäule ausgegangen werden. Innenfäulen lassen sich mit anderen Methoden nur schlecht feststellen, können aber zum Beispiel Balkenköpfe so stark schädigen, dass oft nur ein Restquerschnitt von 20…10% bleibt.

Grenzen der Bohrwiderstandsmessung

Die Bohrwiderstandsmessung ist ein sicheres Verfahren. Wenn Fehler auftreten, dann entstehen sie durch verborgene Hohlräume (z.B. Zapfenlöcher), an zu kurzen Balken oder bei Fäulen, die nur einen kleinen Teil des Bauteils geschädigt haben. Nach meiner eigenen Erfahrung der letzten 5 Jahre, in welchen ich ca. 5000 Messungen ausführte, liegt die Trefferquote bei über 99%. Durch die Bauart des Gerätes sind Balkenköpfe unter z.B. flach geneigten Dächern jedoch nicht oder nur sehr schwer zugänglich.

 

 

Sachverständiger für Holzschutz, Holzgutachter, in Berlin, Brandenburg, Schachsen-Anhalt, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern

Was ist unser Aktionsradius als Sachverständiger für Holzschutz, Holzbutachter?

Sehr oft werden wir bei einem Anruf oder einer sonstigen Kontaktaufnahme nach unserem Aktionsradius, in welchem wir als Sachverständiger für Holzschutz, Holzgutachter und als Sachverständiger für Holztechnik sowie Schimmelpilzbewertung arbeiten, gefragt: Wir sind als Sachverständige für Holzschutz (Holzgutachter) in Berlin und Brandenburg, in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Teilen von Mecklenburg-Vorpommern tätig. Hier noch einmal eine Auflistung der entsprechenden Landkreise, die Aufstellung entspricht einem Umkreis von ca. 200 km von unserem Sitz aus:

  • Brandenburg: Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und Cottbus, Oder-Spree und Frankfurt/Oder, Märkisch-Oderland, Potsdam-Mittelmark und Potsdam, Stadt Brandenburg, Havelland Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Oberhavel, Barnim, Uckermark (Landkreise in Brandenburg)
  • Sachsen-Anhalt: Stendal, Altmarkkreis Salzwedel, Börde, Jerichower Land, Magdeburg, Salzlandkreis, Saalkreis und Halle, Anhalt-Bitterfeld, Anhalt-Zerbst, Dessau-Roßlau, Wittenberg
  • Sachsen: Nordsachsen, Leipzig, Meißen, Bautzen
  • Mecklenburg-Vorpommern: Ludwigslust-Parchim, Mecklenburgische Seenplatte

Diese Aufzählung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit – wir waren auch schon in Bayern als Sachverständige im Einsatz wie auch im Europäischen Ausland. Fragen Sie einfach bei uns an: Kontakt oder besuchen Sie für Weitere Informationen unsere Startseite.

Unser unmittelbarer Aktionsradius ist oben benannt und wird noch einmal in dieser Karte deutlich:

Aktionsradius

Aktionsradius als Sachverständiger für Holzschutz, Holztechnik und Schimmelpilzbewertung (Holzgutachter)

Wir untersuchen und erarbeiten für Sie als Sachverständiger für Holzschutz, Holzgutachter, und Sachverständiger für Holztechnik und Schimmelpilzbewertung:

  • Holzschutzgutachten mit Schadenskartierung, Fotodokumentation und wenn gewünscht mit Sanierungsempfehlung
  • Schimmelgutachten
  • Bewertung von Mängeln an Holzbauteilen auf dem gebiet der Holztechnik: Treppen, Fenster, Türen, Fassaden, Holzfußböden
  • Holzschadensanalysen
  • Wir übernehmen auf wunsch eine Baubegleitung zur Mängelbehebung in Zusammenarbeit mit einem örtlich verantwortlichen Ingenieur/ einer Ingenieurin als Bauleiter/in
  • Folgen von Wasserschäden
  • Einbeziehung Denkmalschutz
  • Auch kombinierte Gutachten zu allen drei Fachbereichen (Holzschutz, Holztechnik und Schimmelpilzbewertung)

Welche Untersuchungsmethoden nutzen wir?

Als fachbezogene Untersuchungsmethoden nutzen wir als Sachverständiger für Holzschutz, Holzgutachter sowie als Sachverständiger für Holztechnik und Schimmelpilzbewertung die Thermografie (Wärmebildaufnahmen), Feuchtemessungen, Bohrwiderstandsmessungen an Holzbauteile und verschiedene chemische Tests, die wir zu einem großen Teil vor Ort vornehmen. Bei Schimmelpilzproblemen führen wir Luftkeimsammlungen und Oberflächenbeprobungen durch.

Die genauen Modalitäten und eine Einschätzung, ob sich Ihr Anliegen auf unsere Fachbereiche bezieht, können wir gern in einem Erstgespräch klären. Nehmen Sie dazu einfach zu und Kontakt auf: Kontakt. Wir klären dann das weitere Vorgehen per Telefon, per Mail oder per Fax.

Warum Holzschutzgutachten in Großstädten wie Berlin so wichtig? (Holzschutzgutachten Berlin)

Warum Holzschutzgutachten in Großstädten wie Berlin so wichtig?

Immer wieder erlebe ich in meiner täglichen Praxis, dass von Hausverwaltungen, Eigentümern und Ingenieuren die Notwendigkeit eines Holzschutzgutachtens nicht erkannt wird – und gerade in Großstädten wie Berlin und Hamburg sowie in Ballungsgebieten, jedoch nicht ausschlielich in dicht besiedelten Gebieten, ist dies besonders wichtig.

Zu diesem Thema gibt es meiner Kenntnis nach nur einige wenige verwendbare wissenschaftliche Erhebungen. Eine sehr interessante Ausarbeitung stammt aus dem Jahre 1989 (Zeitschrift für Mykologie, Band 56, 1990: G. Buchwald „Über das Vorkommen von Serpula lacrymans in der Bundesrepublik Deutschland“). In dieser Erhebung nimmt Berlin nach Hamburg Platz 2 in Deutschland ein, was die Häufigkeit des Echten Hausschwamms angeht. Das wird auch durch meine Erfahrungen bestätigt und trifft nicht nur auf den Echten Hausschwamm zu, sondern auch auf andere Hausfäulepilze sowie auch auf die Häfigkeit holzzerstörender Insekten und auf die Häufigkeit von Problemen mit Schimmel in Berlin. Folgende Gründe sind aus meiner Sicht dafür ausschlaggebend und sprechen unbedingt für die Veranlassung eines Holzschutzgutachtens:

  1. Berlin wird neben anderen Städten als „Venedig des Nordens“ bezeichnet, wir haben hier drei Flüsse, die durch die Stadt fließen, viele Kanäle, Brücken und eine entsprechend dichte Bebauung. Das schafft ein einladendes Milieu für holzzerstörende Insekten.
  2. Geschuldet dessen ist der Grundwasserspiegel hoch – feuchte Keller sind die Folge.
  3. Berlin hat eine sehr enge Bebauung und damit eine hohe Einwohnerdichte. Einige Hausfäulepilze und insbesondere der Echte Hausschwamm haben die Fähigkeit, Mauerwerk zu durchwachsen. Dadurch braucht nur ein Nachbarhaus befallen zu sein. Auch bei einem durchschnittlichen Flugradius einiger Holzzerstörenden Insekten von 400 m ist klar, das hier für einen Befall gute Chancen bestehen. Durch die hohe Einwohnerdichte kann hier schnell ein Sicherheitsproblem (Treppenhäuser, Holzbalkentreppen) entstehen.
  4. In Berlin sind schon länger Probleme mit der Kanalisation bekannt, und damit verbunden kommen Kellerüberschwemmungen oft vor. So wird Feuchte eingetragen – die eine der Voraussetzungen für den Wachstum von Hausfäulepilzen darstellen.
  5. Das Klima in Berlin ist recht mild, was zu optimalen Lebensbedingungen für holzzerstörende Pilze und Insekten führen kann.
  6. Durch das Großstadtmilieu von Berlin und denen damit verbundenen hygienischen Gegebenheiten (Müllplätze in Innenhöfen führen zu erhöhten Schimmelsporenkonzentrationen in der Luft) können sich Symbiosen ausbilden, die zu optimalen Lebensbedingungen von holzzerstörenden Organismen führen.
  7. Für Berlin sind Holztreppenhäuser typisch – diese stellen wiederum Fluchtwege für die Bewohner dar. In den Treppenhäusern bildet sich durch Konvektion warmer Wohnungsluft oft Feuchtigkeit durch Tauwasser – was die nötige Feuchte für holzzerstörende Pilze schafft.
  8. Aufgrund der Wohnungsknappheit wurden Dachgeschosse oft schnell und unfachgemäß ausgebaut. Hier sind verdeckte Holzschäden vorprogrammiert.
  9. Hinzu kommt, dass der Bestand in Berlin meist statisch ausgeschlankt ist. Das erkennt man schon daran, dass es hier nur eine Mittellängswand gibt und nicht zwei, so wie beispielsweise in Sachsen. Das Schlankheitsprinzip wurde auch bei den Holzkonstruktionen fortgesetzt. Folge sind kritische Zustände, wenn hier holzzerstörende Organismen am Werk sind.
  10. Noch heute gibt es in Berlin viele Ofenheizungen. Die Briketts werden im Keller (oder auch in der Wohnung) gelagert. Brikettstaub ist ein Substrat für holzzerstörende Pilze.
  11. Das Luftmilieu – insbesondere auch der Vergangenheit – fördert Mazeration – eine Holzkorrosion.
  12. Statistisch gesehen ist derzeit ein Hausbockbefall an Häusern, die ca. 1890 bis 1920 gebaut wurden, am höchsten. Das betrifft schätzungsweise 70 % des Berliner Häuserbestandes.

Die Auflistung der Gründe ist keinesfalls abschließend, jedoch sie verdeutlicht, dass es gerade nur Leichtsinnigkeit sein kann, auf ein Holzschutzgutachten Berlin zu verzichten.

Hier können Sie bei Anfragen oder Anregungen Kontakt aufnehmen.

 

Berlin

Viele Häuser des Berliner Bestandes wurden um die Jahrhundertwende erbaut. (C) kamikazefliege – aboutpixxel.de

 

Vorbeugeung gegen Echten Hausschwamm

Im Folgenden geben wir Ihnen einige kurze Anregungen, wie Sie in Ihrer Immobilie dem Echten Hausschwamm vorbeugen können.

  1. Sorgen Sie für Belüftung und Luftumwälzung. Der Echte Hausschwamm mag keine Zugluft.
  2. Achten Sie darauf, dass Holzbauteile -ganz besonders im Kontakt mit Mauerwerk- nicht feucht werden. Dazu gehört, Dachundichtheiten sofort zu reparieren; nach Wasserschäden Verkleidungen zu öffen und eine technische Trocknung durchzuführen; in Kellerräumen besondere Obacht walten zu lassen – siehe 3.) und 4.) und unter den weiteren Punkten.
  3. Sie sollten feuchte Keller fachgerecht abdichten lassen.
  4. Lagern Sie nie auf feuchten Kellerfußböden unmittelbar Kamin-oder Brennholz oder Briketts, kein Papier, keine organischen Materialien wie Stoffe usw. Zwischen den Kellerfußböden und solchen Materialien gehört eine Luftschicht, d.h. lagern Sie solche Materialien nur auf Rosten (aus anorganischen Materialien – nicht etwa aus Holz!)
  5. Insofern Sie planen, Keller- oder Dachräume auszubauen, sollten Sie grundsätzlich vor Beginn der Arbeiten eine holztechnische Untersuchung von einem Sachverständigen vornehmen lassen.  Nur so können Sie vermeiden, dass Ihnen und Ihrem Vorhaben ein verdeckter oder versteckter Pilz-oder Insektenbefall zum teuren Verhängnis wird und nur so können Defizite im Bestand aufgedeckt werden. Im Vergleich zum vermeidbaren Schaden ist das Honorar des Fachmanns mehr als angemessen niedrig.
  6. Stellen Sie sicher, dass die Einbaufeuchten von neuem Bau-Holz mit einer Holzfeuchte von maximal 15 % + 3 %, also mit maximal 18 % erfolgen. Auch hier kann ein Sachverständiger eine nachvollziehbare und eine normgerechte Holzfeuchtemessung vornehmen und Sie bei den Vorgängen wie Warenübernahme und Abnahme unterstützen. Wer hier spart, spart an der falschen Stelle.

Bei Fragen können Sie uns gern kontaktieren: Kontakt.

Vorbeugender Holzschutz am Bau

Der Holzschutz umfasst im weiteren Sinne alle Maßnahmen , die eine Zerstörung des Holzes durch Schadorganismen verhindern sollen oder einer Wertminderung und dadurch Gebrauchsminderung entgegen wirken sollen. Hierbei wird in vorbeugende und bekämpfende Holzschutzmaßnahmen unterschieden.

Am Bau kann man die vorbeugenden Maßnahmen in drei verschiedene Kategorien einteilen:

  1. Organisatorischer Holzschutz
  2. Baulich-konstruktiver Holzschutz
  3. Chemischer Holzschutz

Zum organisatorischen Holzschutz am Bau während der Errichtung und in der Unterhaltung eines Bauobjektes zählt zum Beispiel, dass in der Bauphase Maßnahmen ergriffen werden, dass die Einbaufeuchte des Holzes nicht mehr als 18 % beträgt. Ein anderes Beispiel wäre das Monitoring – also eine regelmäßige, wiederkehrend Befallskontrolle durch eine sachverständige Person.

Der baulich-konstruktive Holzschutz umfasst Maßnahmen im Zuge der Planung und Ausführung, welche zum Ziel haben, eine Insekten-oder Pilzbefall auszuschließen oder mindestens so lange wie möglich zu verzögern. Hierzu zählen unter anderem folgende Prinzipien bzw. Maßnahmen:

  • Auswahl geeigneter Holzarten
  • Sicherstellen der Entwässerung
  • Sicherstellung der Belüftung
  • Sicherstellen der weitestgehenden Einsehbarkeit
  • Verhinderung von Erdberührung
  • Spritzwasserschutz u.a.

Die Tendenz des Verwendens von Chemischem Holzschutz war in den vergangenen Jahren rückläufig und stagniert zur Zeit. Die Zweckmäßigkeit und Vertretbarkeit von chemischem vorbeugendem Holzschutz hängt von folgenden Kriterien ab:

  • Gebrauchsklasse der Konstruktion bzw. des Bauteils nach DIN 68800
  • Welches Holzschutzmittel?
  • Wo?
  • Wieviel?
  • Wogegen?

Ich als Verfasser halte integrierte Holzschutzkonzepte – speziell bezogen auf das Bauwerk und dessen Nutzung – für den einzig sinnvollen Weg. Kommt man im Zuge der Analyse (Bestandteil des Holzschutzgutachtens) zum Schluss, dass dass ein zielgerichteter Einsatz vorbeugender Holzschutzmittel unvermeidbar und umwelthygienisch ist und alle anderen Möglichkeiten erschöpft sind, so bietet das dem Bauherren, dem Ausführenden und auch der Umwelt ein gutes Maß an Sicherheit.

Bilder:

Bild 1 und 2: baulich-konstruktiver Holzschutz: In Bild 1 ist der Pfosten zur Verhinderung des Erdkontaktes aufgeständert und daher ein Schutz u.a. vor Moderfäule gegeben. Allerdings ist der Abstand zur Erdoberfläche zu gering. Beim Pfosten in Bild 2 besteht erdkontakt, die Verfärbungen der Oberfläche des Holzes zeigen an, dass Pilzaktivität besteht.

Bild 3: Abdeckung eines Dachrandbalkens als Wetterschutz

Bild 4: Wetterschutz des Balkenkopfes hat gefehlt: Pilzbefall!

 

Sanierungskosten in manchen Fällen steuerlich absetzbar

Laut eines Urteils des BFH (AZ VI R 70/10 ff.) vom 29.03.2012 können Sanierungskosten bezüglich des Echten Hausschwammes steuerlich als außergewöhnliche Belastung absetzbar sein, wenn verschiedene Voraussetzungen vorliegen und insbesondere kein Fehlverhalten… vorliegt (gefunden bei: ImmobilienScout24.de).

Ein ähnliches Urteil des BFH (AZ VI R 21/11) behandelt ein verwandtes Thema: Die Sanierung eines Gebäudes beim Vorhandensein gesundheitsschädigender Stoffe (Holzschutzmittel?). Dieses Urteil wurde bei steuertipps.de gefunden. Doch sicherlich gibt es noch mehr Urteile.

Fazit: Sind Sie davon betroffen, ist eine Beratung bei Ihrem Rechtsanwalt oder Steuerberater durchaus sinnvoll.

Anmerkung: Dies ist keine Rechtsberatung. Konsultieren Sie auf jeden Fall Ihre Rechtsanwältin / Ihren Rechtsanwalt, um fachkundig und speziell beraten werden zu können.

Holzschaden

 

 

Holzschutz im Sägewerk

Nach der Rohholzgewinnung ist die nächste technologische Stufe die Herstellung von Schnittholz im Sägewerk. Auch hier ist ein Holzschutz notwendig.

Nachdem das im Sägewerk angelieferte Rohholz zwischengelagert und später sortiert wurde,  wird es in durch Zerspanungsvorgänge (Sägen) aufgeteilt.

Gemäß dieser Verarbeitungsstufen können folgende Holzschäden auftreten:

  • Lagerschäden wie Risse und Verfärbungen
  • Transportschäden, wie zum Beispiel mechanische Beschädigungen, Spannungsrisse durch Fallen usw.
  • Schäden durch Einschnittfehler, wozu beispielsweise Krummschnitt, Fransenschnitt und Waschbrettschnitt zählen
  • Schäden durch Trocknungsfehler wie Verschalung, Risse, Formänderung, Verfärbung und Harzfluss

Es ist daher bedeutsam, auf Qualität im Verarbeitungsprozeß zu achten, denn mache Fehler, die später am Bau entdeckt werden, haben ihre Ursache im oben genannten Prozeß.

Auch im Prozeß der Schnittholz-Erzeugung ist auf den Schutz des Holzes zu achten. (Quelle: aboutpixel.de Wald 02 © Sven Schneider)

Rohholz – Gewinnung und Holzschutz

Der Prozeß der Rohholz – Gewinnung schließt sich direkt an die Forstung an. Die technologische “ Grenze “ ist das Fällen (also der Einschlag) des Baumes.

Logistisch gesehen gliedert sich die Rohholzgewinnung in drei Phasen : Ernte (Einschlag) – Rücken (Verschleppen vom Einschlagort zu einem vorläufigen Lagerort) – Transport (Beförderung zum Käufer).

Die zentrale Frage ist hier in Hinsicht des Holzschutzes, wie eine Holzentwertung vermieden werden kann.

Prinzipiell ist es so, dass eine Holzentwertung durch Pilzbefall auf dem Lagerplatz dann vermieden werden kann, wenn entweder das Holz sehr feucht (über u= 100 %) oder unter dem Fasersättigungspunkt von ca. 30 % gelagert wird.

Innerhalb dieses Grobablaufes ergeben sich jedoch vielfältige technologische und wirtschaftliche Konflikte, die allesamt eine Holzentwertung verursachen können. Einige dieser Konflikte sind:

  • mehrmalige Zwischenlagerung – Holzpreis niedrig daher Bezahlungsaufschub und kein Abtransport
  • eine verzögerte Losübernahme durch die Industrie – Holz bestellt aber nicht abgeholt
  • Sparzwänge beim Abtransport: Nasses Holz ist schwerer. Die Industrie minimiert gern Transportaufwände, d.h. der LKW ist per Tonnage voll und Holz bleibt bis zum nächsten Transporttermin liegen.

Hieraus entstehen ernste Gefahren in holzschutztechnischer Sicht für das lagernde Rundholz:

  • Rißbildung
  • Verfärbung
  • Insekten-und Pilzbefall (siehe Bild unten)
  • Holzfäulen

In der Konsequenz ergibt sich zunächst der Versuch, das Holz qualitätserhaltend zu lagern. Allerdings gelingt dies aufgrund der oben genannten Konflikte nur selten in der Praxis umsetzbar. Maßnahmen dazu sind:

  • Optimierung der Lage des Lagerplatzes (trocken, an Transportstraße)
  • Berücksichtigung des Aktionsradiusses eines Kranes
  • Holzpolter jeweils nur für einen Transport- LKW
  • Vermeidung von Querschnittsrissen: S-Haken, Einschlagringe, Bandagen usw.

Das reicht jedoch eben in der Praxis nicht aus – weswegen spezielle Lagerstrategien nötig sind.

Diese Lagerstrategien sind zusammenfassend:

  1. Lebendlagerung: Vitalität und Abwehr sollen erhalten bleiben. Geeignet für BU, EI, KI, FI
  2. Trocken in Rinde: geeignet nur für KI, FI und wenn sichergestellt ist, das Polter sich im Schatten befindet. Es folgt eine milde Trocknung; nur für Wintereinschlag. Maximale Lagerung 1 Jahr (siehe Bilder unten – das war wohl länger!)
  3. Nasslagerung: (geeignet für BU, FI, KI, EI, TA). Dazu sind geeignete Gewässer nötig. Die Lagerung ist über mehrere Jahre möglich, jedoch stellen sich Verfärbungen ein und die Lackaufnahme ist auch nach einer Verarbeitung dauerhaft eingeschränkt.
  4. Beregnung: (BU, FI, KI, TA) erprobt und durchaus mehrjährig möglich. Allerdings: Verfärbungen, Bakterienbefall, Hallimaschpilze
  5. Trocken ohne Rinde: (DU, FI, LÄ, KI…) nur gesundes Holz und entrindet. Voraussetzung: Witterungsdach und keine direkte Sonne. Steht in Konkurrenz zur technischen Trocknung. Mitunter wird von Sägewerken dieses Verfahren modifiziert: beschleunigte Trocknung. Vorteil: Holz dann „halbtrocken“.

Hier einige Bilder.

Befall durch Insekten

Befall durch Insekten (c) Meinhard Böhm

Befall durch holzschädigende Pilze

Befall durch holzschädigende Pilze (c) Meinhard Böhm

 

Forstwirtschaft, Holzschäden und Holzschutz

Echter Zunderschwamm

Echter Zunderschwamm (Fomes fomentarius) an einer Schwarzerle (Alnus glutinosa)

Der Holzschutz fängt in der Waldbewirtschaftung an. Wir gewinnen aus unseren einheimischen Wäldern folgende Holzarten: zu 41 % Fichte, zu 27 % Kiefer, zu 8 % Weichlaubholz, zu 7 % Eiche, zu 5 % Buche (Quelle: Dipl.-Forsting. Schröder, Tharandt).

Eine fachgerechte Forstung bedeutet, dass hochqualitatives Holz an die folgenden Verarbeitungsschritte geliefert wird.

Historisch hat Heinrich Cotta einen großen Anteil daran, dass die Wissenschaft in den Forstbetrieb einzog. Er lebte von 1763 bis 1844 und verfasste die klassische Holzbauregel: „Früh-Mäßig-Oft“. Das Prinzip des Holzschlagens gegen die Hauptwindrichtung und die Einführung der Begriffe „Nieder- Mittel- und Hochwald“ sind auch auf ihn zurückzuführen. Vgl. Wikipedia: Heinrich Cotta.

Zunächst ist es wichtig, die Funktion des Waldes zu kennen:

Der Wald hat positiven Einfluss auf:

  • den Boden: Der Boden wird gefestigt
  • das (Grund-)Wasser: Schutz des Grund-und Oberflächenwassers; Hochwasserschutz
  • die Luft: Absorption von Verunreinigungen, Luftaufwertung, Klimaaufwertung
  • die Natur: Lebensraum für Tiere und Pflanzen
  • die Landschaft: optischer Sichtschutz, Beitrag zur Artenvielfalt, landschaftsbildend
  • die Kultur: Prägung erhaltenswerter Kulturlandschaften
  • die Erholung des Menschen: physiologische / psychologische Aspekte

Unter Beachtung der kulturell positiven Einflüsse des Waldes sind nun in Hinsicht auf die wirtschaftliche Nutzung einige zusätzliche Aspekte von Belang, die verhindern sollen, dass unser Kulturgut „Wald“ an Wert hinsichtlich der Nutzung verliert.

Die Faktoren der Holzentwertung im Bereich der Forstwirtschaft und damit im Bereich des frühzeitigen Holzschutzes sind zum Beispiel:

  • fehlende Wuchsoptimierung durch nicht standortgerechte Forstung: Im schlimmsten Fall werden Bäume geforstet, die eine Konkurenz bilden. Beispiel: einheimische Weißeiche gegenüber eingeführter Roteiche
  • Wildfraßschäden und Vermeidung dieser auf biologischem, chemischem oder mechanischem Weg
  • Vermeidung von Holzschäden durch maschinelle Bewirtschaftung (Wurzel-, Stamm- und Abgasschäden)
  • Maßnahmen der fachgerechten Schaftausdunklung, um hochwertiges Holz zu erhalten

Der Holzschutz beginnt somit schon im Forst.

Forsten

Kiefernwald in Brandenburg bei Baruth (c) Meinhard Böhm

 

 

Was ist und was soll Holzschutz?


Dieser Artikel beschäftigt sich mit nur zwei simplen Fragen:

  • Was ist Holzschutz?
  • Was soll Holzschutz (bewirken) ?

So einfach wie zunächst die Fragestellung erscheint, so schwierig ist sie und solange wie Holz durch die Menschheit genutzt wird, solange stellen sich auch diese beiden Grundfragen.

  • Was ist Holzschutz?

Nun, man kann Holzschutz wie folgt definieren:

„Holzschutz ist eine Strategie, die das Ziel hat, die Eigenschaften des Holzes aufzuweten sowie alle positiven natürlichen Eigenschaften des Holzes so lange wie möglich durch Bewahrung vor dem Zerfall zu schützen.“

Schaut man sich nun diesen kurzen Satz an, so werden zwei Dinge klar:

(1) Holz ist ein Naturprodukt und daher grundsätzlich durch Verfall gefährdet.

(2) Holz erfüllt im heutigen Leben vielfältige konstruktive, ästhetische und ökonomische Aufgaben, weswegen der unter Punkt (1) genannte Verfall grundsätzlich nicht erwünscht ist. Und genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich die Strategie, das Handwerk und die Wissenschaft des Holzschutzes.

Das Holz unterliegt, wie alle Lebensprozesse es tun, einem „irdischen“ Kreislauf des Lebens: Aus dem Samen entsteht eine Jungpflanze, wechle sich zum Baum entwickelt (Forst), der Baum wird gefällt (Einschlag), als Rohholz gelagert und getrocknet, im Sägewerk zu Schnittware weiterverarbeitet. Dann wird das Holz verbaut, später dann eventuell saniert oder ersetzt.

In allen diesen Phasen gibt es nun Maßnahmen, deren Anwendung das Holz aufwerten und schützen können. Diese Maßnahmen können natürlicher, baukonstruktiver oder chemischer Art sein.

  • Was soll Holtzschutz (bewirken)?

Das ist ganz einfach, wenn man den vorgenannten Zyklus des Lebens verstanden hat.  Ziel des Holzschutzes ist es, die positiven Eigenschaften des Holzes zu erhalten und die „negativen“ Eigenschaften zu minimieren.

Holzschutz gibt es schon so lange, wie das Holz zivil genutzt wird.

Und das Ziel ist es eben, diese zivilen Nutzungsphasen zu verlängern. Unseren Vorfahren ist es gelungen, dies zum Teil auf Jahrtausende zu erstrecken. Uns möge es gelingen, es auf Jahrhunderte zu verlängern. Dazu bedarf es Fachkunde und geschicktes technisches Verständnis. Und um diesen Sachverhalt geht es in diesem Blog. Der „Kreislauf des Holzes“ verdeutlicht es noch einmal.

Der Kreislauf des Holzes

Hier ist der natürliche Kreislauf des Holzes dargestellt (c) Meinhard Böhm