Der Rosafarbene Saftporling (Oligoporus placenta)

Der Rosafarbene Saftporling (Oligoporus placenta Fries 1861) wurde in der Vergangenheit in unseren Objekten immer öfter als Schadverursacher von Braunfäuleschaden identifiziert. Wir möchten daher dem Pilz einen kurzen Artikel widmen.

Der Rosafarbene Saftporling – Synonyme

Für den Rosafarbenen Saftporling (Oligoporus placenta), so wie er heute genannt wird wurden folgende Synonyme gefunden: Tyromyces placenta, Poria placenta (in [1]), Rhodonia placenta [2], Fleischrötlicher Saftporling, Rosafarbener Mehlstaubporling [3]

Zuordnung des Rosafarbenen Saftporlings

Der Rosafarbene Saftporling wurde nach unseren Recherchen bis in Mitte der 1990er Jahre zu den Poria-Arten, also zu den Porenschwämmen, gezählt (zuletzt gefunden in [1], siehe auch [4]). Spater wurden die „Saftporlinge“ (Oligoporus) in eine eigene Pilzgattung zusammengefasst (siehe u.a. in [5]). In letzter Zeit, ab Mitte der 2000er Jahre, wurden neue Verwandschaftsbeziehungen zu den Kammpilzen festgestellt, so dass sie zu einem Postia-Oligoporus-Komplex zusammengefasst werden [6]. Technisch betrachtet erscheint hinsichtlich des Schadbildes erscheint jedoch nach Ansicht des Verfassers nach wie vor eine Ähnlichkeit mit den Porenschwämmen als nachvollziehbar.

Lebensbedingungen und Vorkommen

Als Entwicklungsoptimum des Rosafarbenen Saftporlings lässt sich eine Temperatur von 28 Grad Celsius [5] und eine Holzfeuchte von 40 bis 45% [1] angeben. Befallen werden sowohl Nadel- wie auch Laubhölzer, auch Tropenholz. Somit entwickelt sich der Pilz gern im feuchtwarmen-schwülen Milieu. In von uns untersuchten Objekten kam er bisher in windgeschützten, flachen mit schwarzen Bitumenbahnen gedeckten Dächern mit undichten Stellen und an Putzträger-Lattungen vor Dachschrägen in Bädern vor. Der Pilz wurde von uns bisher in Kombination mit dem Muschelkrempling, dem Echten Hausschwamm und dem Stersetenpilz gefunden.

Makroskopische Erkennungsmerkmale

Der Pilz bildet ein ein weißes bis beige-rosafarbenes Oberflächenmyzel. Die Stränge sind in das flächeige Myzel oft eingebettet, das heißt, auf der rosa-weißen Myzelfläche sind die „Adern“ des Strangmyzels zu erkennen. Die rosafarbenenFruchtkörper sind mit großen, gut erkennbaren Poren ausgestattet.  Der Pilz kommt auch in freier Natur vor, hier ein Link zu beeindruckenden Abbildungen von Fruchtkörpern.

Holzschutz und Sanierung

Für die Sanierung gelten die Regeln in der Holzschutz – DIN 68800 Teil 4, die bei Pilzbefall durch andere Bauholzpilze als den Echten Hausschwamm angegeben sind. Wichtigste Maßnahme zur Unterdrückung einer Pilzentwicklung ist die Beseitigung der feuchteeinbringenden Ursachen. Welche weiteren Maßnahmen notwendig sind, ist von einer für Holzschutz sachverständigen Person festzulegen.

Der Rosafarbener Saftporling - Myzel

Der Rosafarbener Saftporling – altes Myzel

Eingebettetes Myzel Rosafarbener Saftporling

Myzel des Rosafarbenen Saftporlings

Braunfäule

Schadbild des Rosafarbenen Saftporlings: hell-rötliche Braunfäule

Literatur und Quellen

[1] Sutter “ Holzschädlinge an Kulturgütern erkennen und bekämpfen“, Bern, Stuttgart, Wien; Haupt, 1992

[2] pilzforum.eu

[3] holzfragen.de

[4] Malke-Troschel „Handbuch der Holzkonservierung“, Berlin, Verlag Julius Springer, 1928

[5] Huckfeldt, Schmidt: „Hausfäule- und Bauholzpilze“, Köln, Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG, Köln, 2006

[6] Wikipedia.org

 

 

 

Rüsselkäfer (Crossoninae)

Ab und an, in der letzten Zeit jedoch häufiger, werden als holzzerstörende Insekten in Bauwerken Befälle und Schäden der Rüsselkäfer (Crossoninae) vorgefunden.

Grubenholzkäfer als Vertreter der Rüsselkäfer

Der häufigste Vertreter, der in Gebäuden angetroffen wird, ist der Grubenholzkäfer (Rhyncolus culinaris). Der Name stammt daher, da er vor allem an Holz in Bergwerken erheblichen Schaden angerichtet hat.

In Gebäuden ist er in feuchten Kellern, an Dielen im Erdgeschoss und an Holz mit Erdkontakt zu finden. Sein Auftreten ist, wie das der meisten Rüsselkäfer, an pilzgeschädigtes Holz und hohe Holzfeuchten gebunden. Der Grubenholzkäfer ist ca. 3 bis 5 mm lang und dunkel- bis rotbraun. Die Flügeldecken tragen Punktreihen. Das Befallsbild ähnelt dem des Gewöhnlichen Nagekäfers, nur sind neben den kreisruden Ausfluglöchern (ca. 1,5 bis 2 mm Durchmesser) auch ovale zu finden. Ferner sind die Fraßgänge unregelmäßig. Da die Käfer das Holz kaum verlassen, sind weniger Ausflüglocher zu bemerken. Außerdem sind im Fraßmehl zwei verschiedene Kotformen zu finden: das der Vollkerfe und das der Larven.

Der technische Schaden orientiert sich vor allem an der Tatsache, dass die Insekten im Pilzbefallenen Holz leben.

Bekämpfung von Rüsselkäfern

Die Bekämpfung und Sanierung richtet sich daher nach der Art des Pilzbefalles. Oft sind jedoch die Hölzer vollkommen zerstört. Das Befallsbild ähnelt dem der Nagekäfer, oft ist auf und in den Ausfluglöchern feines Bohrmehl zu sehen (Bild unten).

Befall Grubenholzkäfer

Rüsselkäfer haben ihreren Namen von der ihr eigenen charakterischischen, rüsselförmigen Kopfform. Die Familie der Rüsselkäfer ist sehr artenreich. Ein Vertreter dieser Familie ist unten abgebildet.

Rüsselkäfer (Cossoninae)

Vertreter der Rüsselkäfer (Cossoninae)

Der Trotzkopf (Dendrobium pertinax)

Der Trotzkopf (Dendrobium pertinax Linn.1758) kommt als Sekundärbefall an durch einen pilzbefall vorgeschädigtem Holz vor. Die 4 bis 6 mm großen Käfer haben eine schwarze  bis schwarzbraune Farbe und sind der Gestalt nach dem Gewöhnlichen Nagekäfer (Anobium punctatum) ähnlich, der Trotzkopf ist jedoch größer. Die Larven des Trotzkopfes, die vornehmlich in Nadelholz minnieren und zuerst dem Frühholz folgende, später nicht gerichtete, kreuzweise verlaufende Fraßgänge (im Durchmesser rund, bis 4 mm) im Holz erzeugen, werden 5 bis 6 mm groß. Beim Ausschlupf erzeugen die ausgewachsenen Käfer Schlupflocher von 2 bis 3 mm, die kreisrund sind. Die Ausflugzeit der geschlüpften Käfer ist von Mai bis Juni, wobei die Generationszeit beträgt unter guten Bedingungen zwei Jahre beträgt. Der Larvenkot ist tonnenförmig mit einer Krümmung, so dass er trogförmig erscheint. Die Fraßgänge sind vergleichsweise lose mit Bohrmehl und Larvenkot gefüllt, so dass er beim Bewegen beffallener und geborgener Holzteile hinausrieselt. Obwohl der Hausbock, der Gewöhnliche Nagekäfer und auch der Rothalsbock in Gebäuden überwiegen, habe ich in der nahen Vergangenheit an verborgenen, dunklen Stellen (z.B. Balkenköpfen) öfters einen Befall vorgefunden.

 

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Befallsbild Trotzkopf

Befallsbild des Trotzkopfes (Dendrobium pertinax)

Hausbock (Hylotrupes bajulus)

Der Hausbock (Hylotrupes bajulus Linné)  ist im mittleren Europa das bedeutenste holzzerstörende Insekt. Er bevorzugt warme, feuchte Verhältnisse und kommt daher oft in sonnenbestrahlten Dachstühlen und in Deckenbalken von zu Wohnzwecken genutzten Räumen vor.

Der flache Körper des Hausbockkäfers hat eine ovale Form und ist dunkelbraun bis schwarz. Die gelblich-weißen Larven haben einen segmentierten Körper. Sie werden bis zu 3 cm lang. Beidseitig haben sie drei Punktaugen und drei Paar Brustfüße.

Das Larvenstadium dauert meist 3 bis 10 Jahre, kann aber je nach Bedingungen auch über 15 Jahre andauern.

Kennzeichnend für Befälle durch Hylotrupes bajulus sind die etwa 4 x 7 mm großen Ausfluglöcher und meistens auch eine wellige Holzoberfläche. Mitunter sind auch Fraßgeräuche wahrnehmbar. Das Nagsel ist in den Bohrgängen dicht gepackt, feinpulvrig und stäubend. Die Wände der Fraßgänge sind fein gerillt.

Die Hausbocklarve ernährt sich vom Eiweiß im Holz, daher wird das Splintholz (von Nadelholz) bevorzugt.

Nach einem Feststellen der typischen Befallsmerkmale muß zunächst eingeschätzt werden, ob es sich um einen aktiven Befall handelt. Wenn ja, sind Bekämpfungsmaßnahmen angeraten. Insbesondere kommen hier physikalische, rhermische und auch chemische Verfahren in Betracht. Die Eignung der einzelnen Bekämpfungsmöglichkeiten muß durch eine fach- und sachkundige Person  für den konkreten Fall abgewogen werden.

Bei Fragen können Sie hier zu uns Kontakt aufnehmen.

Hausbock Weibchen

Hausbock-Weibchen

Hausbock-Befall

Befall durch den Hausbock

Hausbock

Hausbock ( hylotrupes bajulus)