Bunter Nagekäfer (Xestobium rufovillosum De Geer)

Der Bunte oder Gescheckte Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) ist von den einheimischen Nagekäfern (Anobiidae) der größte, er wird zwischen 5 und 7 mm lang. Der Käfer ist dunkelbraun und hat gelbgraue Haarflecken. Die Larve wird bis 10 mm lang und ist goldbelb behaart. Zur Eilarvenentwicklung ist pilzgeschädigtes Holz notwendig, wobei sich ältere Larven auch in nicht durch Pilze vorgeschädigtem Holz weiterentwickeln können. Die Generationsdauer beträgt im Normalfall 3 bis 4 Jahre, unter günstigen Umständen auch 1 bis 2 Jahre und unter ungünstigen Umständen bis 10 Jahre.

Befallen wird vor allem (pilzgeschädigtes) Laubholz und dort die Splintanteile, vor allem Eiche. Nadelholz wird seltener befallen, vor allem nach meiner Erfahrung aber dann, wenn in Gebäuden auch Laubholz – besondern Eichenholz – verbaut ist. Oft findet man Befälle der Larven des Bunten Nagekäfers in historischen Fachwerkshäusern in feuchten Gegenden; bei den meisten historischen Fachwerkshäusern bestehen die Schwellen aus Eiche und die Stiele, Riegel, Rähme usw. aus Nadelholz.

Der Käfer (Bunter Nagekäfer) wird im Volksmund auch „Totenuhr“ genannt. Die Käfer überwintern in den Puppenwiegen und schlüpfen im Frühjahr. Sie machen sich durch Klopfgeräusche (ca. 12 Schläge) dem anderen Geschlecht bemerkbar. Die Bezeichnung „Totenuhr“ kommt daher, da früher auch Hospize aus (Eichen-) Gebälk bestanden. Bei sehr viel Ruhe hörten die Sterbenden die Klopfgeräusche.

Ausflugszeit ist im Mai und Juni, beim Ausflug verursacht der Käfer kreisrunde Fluglöcher von 2 bis 3,5 mm Durchmesser. Charakteristisch ist der linsenförmige, runde Kot der Larven im Fraßmehl. Die Larven hinterlassen ein lamellenartiges durchfressenes Holz.

Fraßbild Bunter Nagekäfer

Fraßbild des Bunten Nagekäfers

Bild Larvenkot

Larvenkot des Bunten Nagekäfers 30fach vergrößert