Der Rosafarbene Saftporling (Oligoporus placenta)

Der Rosafarbene Saftporling (Oligoporus placenta Fries 1861) wurde in der Vergangenheit in unseren Objekten immer öfter als Schadverursacher von Braunfäuleschaden identifiziert. Wir möchten daher dem Pilz einen kurzen Artikel widmen.

Der Rosafarbene Saftporling – Synonyme

Für den Rosafarbenen Saftporling (Oligoporus placenta), so wie er heute genannt wird wurden folgende Synonyme gefunden: Tyromyces placenta, Poria placenta (in [1]), Rhodonia placenta [2], Fleischrötlicher Saftporling, Rosafarbener Mehlstaubporling [3]

Zuordnung des Rosafarbenen Saftporlings

Der Rosafarbene Saftporling wurde nach unseren Recherchen bis in Mitte der 1990er Jahre zu den Poria-Arten, also zu den Porenschwämmen, gezählt (zuletzt gefunden in [1], siehe auch [4]). Spater wurden die „Saftporlinge“ (Oligoporus) in eine eigene Pilzgattung zusammengefasst (siehe u.a. in [5]). In letzter Zeit, ab Mitte der 2000er Jahre, wurden neue Verwandschaftsbeziehungen zu den Kammpilzen festgestellt, so dass sie zu einem Postia-Oligoporus-Komplex zusammengefasst werden [6]. Technisch betrachtet erscheint hinsichtlich des Schadbildes erscheint jedoch nach Ansicht des Verfassers nach wie vor eine Ähnlichkeit mit den Porenschwämmen als nachvollziehbar.

Lebensbedingungen und Vorkommen

Als Entwicklungsoptimum des Rosafarbenen Saftporlings lässt sich eine Temperatur von 28 Grad Celsius [5] und eine Holzfeuchte von 40 bis 45% [1] angeben. Befallen werden sowohl Nadel- wie auch Laubhölzer, auch Tropenholz. Somit entwickelt sich der Pilz gern im feuchtwarmen-schwülen Milieu. In von uns untersuchten Objekten kam er bisher in windgeschützten, flachen mit schwarzen Bitumenbahnen gedeckten Dächern mit undichten Stellen und an Putzträger-Lattungen vor Dachschrägen in Bädern vor. Der Pilz wurde von uns bisher in Kombination mit dem Muschelkrempling, dem Echten Hausschwamm und dem Stersetenpilz gefunden.

Makroskopische Erkennungsmerkmale

Der Pilz bildet ein ein weißes bis beige-rosafarbenes Oberflächenmyzel. Die Stränge sind in das flächeige Myzel oft eingebettet, das heißt, auf der rosa-weißen Myzelfläche sind die „Adern“ des Strangmyzels zu erkennen. Die rosafarbenenFruchtkörper sind mit großen, gut erkennbaren Poren ausgestattet.  Der Pilz kommt auch in freier Natur vor, hier ein Link zu beeindruckenden Abbildungen von Fruchtkörpern.

Holzschutz und Sanierung

Für die Sanierung gelten die Regeln in der Holzschutz – DIN 68800 Teil 4, die bei Pilzbefall durch andere Bauholzpilze als den Echten Hausschwamm angegeben sind. Wichtigste Maßnahme zur Unterdrückung einer Pilzentwicklung ist die Beseitigung der feuchteeinbringenden Ursachen. Welche weiteren Maßnahmen notwendig sind, ist von einer für Holzschutz sachverständigen Person festzulegen.

Der Rosafarbener Saftporling - Myzel

Der Rosafarbener Saftporling – altes Myzel

Eingebettetes Myzel Rosafarbener Saftporling

Myzel des Rosafarbenen Saftporlings

Braunfäule

Schadbild des Rosafarbenen Saftporlings: hell-rötliche Braunfäule

Literatur und Quellen

[1] Sutter “ Holzschädlinge an Kulturgütern erkennen und bekämpfen“, Bern, Stuttgart, Wien; Haupt, 1992

[2] pilzforum.eu

[3] holzfragen.de

[4] Malke-Troschel „Handbuch der Holzkonservierung“, Berlin, Verlag Julius Springer, 1928

[5] Huckfeldt, Schmidt: „Hausfäule- und Bauholzpilze“, Köln, Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG, Köln, 2006

[6] Wikipedia.org

 

 

 

Bohrwiderstandsmessung

Die Ausführung einer Bohrwiderstandsmessung ist besonders an teilweise verdeckt liegenden Bauteilen wie Balkenköpfen im Außenmauerwerk eine gute Möglichkeit, um Holzschäden ausfindig zu machen. So kann der Fachmann zerstörungsarm und ohne größeren Aufwand nicht sichtbare Holzschäden feststellen, die sonst nur durch Bauteilöffnungen am Mauerwerk sichtbar würden. Da die Bohrnadel sehr dünn ist, hinterlässt die Bohrwiderstandsmessung eine kaum sichtbare Eindringöffnung von ca. 1 mm Durchmesser. Dies ist gerade im Denkmalschutz bedeutsam.

Bohrwiderstandsmessung

Bohrwiderstandsmessung

Anwendung der Bohrwiderstandsmessung

Diese Methode wird angewandt, um Balkenköpfe, Holzmaste, Sparren und andere Bauteile auf Innenfäulen zu untersuchen. Bei Innenfäule sieht man den Schaden von außen nicht. Bestimmte holzzerstörende Pilze wie zum Beispiel die Blättlinge, der Ausgebreitete Hausporling und auch der Echte Hausschwamm verursachen Innenfäulen.

Methode

Bei dieser Methode wir ein geeichtes Spezialmessgerät verwendet, welches einer Bohrmaschine ähnelt. Die ca. 30 cm lange und nur 1 mm dicke Bohrnadel aus hochfesten Stahl drint im Winkel von 45 Grad in den Balkenkopf. Das Gerät erstellt dabei ein Diagramm über den Eindringwiderstand. Geht dieser gegen Null, muss von einer Innenfäule ausgegangen werden. Innenfäulen lassen sich mit anderen Methoden nur schlecht feststellen, können aber zum Beispiel Balkenköpfe so stark schädigen, dass oft nur ein Restquerschnitt von 20…10% bleibt.

Grenzen der Bohrwiderstandsmessung

Die Bohrwiderstandsmessung ist ein sicheres Verfahren. Wenn Fehler auftreten, dann entstehen sie durch verborgene Hohlräume (z.B. Zapfenlöcher), an zu kurzen Balken oder bei Fäulen, die nur einen kleinen Teil des Bauteils geschädigt haben. Nach meiner eigenen Erfahrung der letzten 5 Jahre, in welchen ich ca. 5000 Messungen ausführte, liegt die Trefferquote bei über 99%. Durch die Bauart des Gerätes sind Balkenköpfe unter z.B. flach geneigten Dächern jedoch nicht oder nur sehr schwer zugänglich.

 

 

Rüsselkäfer (Crossoninae)

Ab und an, in der letzten Zeit jedoch häufiger, werden als holzzerstörende Insekten in Bauwerken Befälle und Schäden der Rüsselkäfer (Crossoninae) vorgefunden.

Grubenholzkäfer als Vertreter der Rüsselkäfer

Der häufigste Vertreter, der in Gebäuden angetroffen wird, ist der Grubenholzkäfer (Rhyncolus culinaris). Der Name stammt daher, da er vor allem an Holz in Bergwerken erheblichen Schaden angerichtet hat.

In Gebäuden ist er in feuchten Kellern, an Dielen im Erdgeschoss und an Holz mit Erdkontakt zu finden. Sein Auftreten ist, wie das der meisten Rüsselkäfer, an pilzgeschädigtes Holz und hohe Holzfeuchten gebunden. Der Grubenholzkäfer ist ca. 3 bis 5 mm lang und dunkel- bis rotbraun. Die Flügeldecken tragen Punktreihen. Das Befallsbild ähnelt dem des Gewöhnlichen Nagekäfers, nur sind neben den kreisruden Ausfluglöchern (ca. 1,5 bis 2 mm Durchmesser) auch ovale zu finden. Ferner sind die Fraßgänge unregelmäßig. Da die Käfer das Holz kaum verlassen, sind weniger Ausflüglocher zu bemerken. Außerdem sind im Fraßmehl zwei verschiedene Kotformen zu finden: das der Vollkerfe und das der Larven.

Der technische Schaden orientiert sich vor allem an der Tatsache, dass die Insekten im Pilzbefallenen Holz leben.

Bekämpfung von Rüsselkäfern

Die Bekämpfung und Sanierung richtet sich daher nach der Art des Pilzbefalles. Oft sind jedoch die Hölzer vollkommen zerstört. Das Befallsbild ähnelt dem der Nagekäfer, oft ist auf und in den Ausfluglöchern feines Bohrmehl zu sehen (Bild unten).

Befall Grubenholzkäfer

Rüsselkäfer haben ihreren Namen von der ihr eigenen charakterischischen, rüsselförmigen Kopfform. Die Familie der Rüsselkäfer ist sehr artenreich. Ein Vertreter dieser Familie ist unten abgebildet.

Rüsselkäfer (Cossoninae)

Vertreter der Rüsselkäfer (Cossoninae)

Rothalsbock Leptura ruba

Neben dem in Gebäuden häufig vorkommendem Hausbock (Hylotrupes bajulus) und Gewöhnlichen Nagekäfer (Anobium punctatum) wurden in der letzten Zeit immer häufiger Befallsspuren des Rothalbock Leptura ruba festgestellt.

Der Rothalsbock ist in ganz Europa, in Nordafrika, Asien und Sibirien verbreitet. Er lebt in in der freien Natur in Baumstüpfen, Pfählen und Masten aus Nadelholz, die Fäulen aufweisen. Im Gebäude kommt dieses Insekt bei ständig feuchtem Holz oberhalb 20% Holzfeuchte (vgl. Klaus Kempe „Holzschädlinge“, Huss Medien GmbH im Frauenhofer IRB Verlag, Berlin, 3.Auflage 2004) vor. Die ovalen Fraßgänge sind mit feinen Bohrmehl, Spänen und Larvenkot verfüllt, aber nicht verspopft (siehe Bild). Der Imago wird 15-22 mm lang (Weibchen, siehe Abb.) bzw. die Männchen sind mit 12-18 mm etwas kleiner. Bei den Weibchen ist das halsschild, so wie die Flügeldecken, ebenfalls hellbraun; bei den Männchen ist das halsschild schwarz gefärbt. Die Käfer schlüpfen von Juni bis September. Ein Weibchen kann bis zu 700 Eier legen, die generationsdauer ist wohl zweijährig. Nach der Verpuppung verlassen die Rothalsbock-Käfer das Holz durch runde, ca. 3 bis 6 mm große Schlupflöcher.

Bekämpfung:

Da Befälle nur an durchfeuchtetem Holz vorkommen, sind – wie in jedem Fall eines Befalls mit Holzschädlingen – die Ursache abzustellen. Bei fehlender Feuchte ist zu erwarten, dass der Befall eingeht. Allerdings weist ein befall des Rothalsbock im bauwerk auf Befälle holzzerstörender Pilze hin. Es muss vorallem geklärt werden, in welchem Umfang ein Pilzbefall am Holz vorliegt und ob es sich ggf. um den Echten Hausschwamm (Serpula lacrymans) handelt. Dies kann ausschließlich eine Fachfrau/ einFachmann beurteilen, meistens sind hierzu geeignete Laboruntersuchungen notwendig.

Am befallenen Holz werden jedoch die Ausfluglöcher hinterlassen, auch wenn der Befall durch den Rothalsbock erloschen ist. Diese Löcher können anderen Insekten, die ggf. das Holz nicht als Nahrung nutzen, Unterschlupf bieten und zur Brutstätte erweitert werden. beispiele hierfür sind verschiedene Wespenarten, auch Schmetterlinge und andere Käferarten.

Weibchen leptura ruba

Weibchen des Rothalsbock (Leptura ruba)

Larvenkot Rothalsbock leptura ruba

Larvenkot Rothalsbock (leptura ruba)

Sachverständiger für Holzschutz, Holzgutachter, in Berlin, Brandenburg, Schachsen-Anhalt, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern

Was ist unser Aktionsradius als Sachverständiger für Holzschutz, Holzbutachter?

Sehr oft werden wir bei einem Anruf oder einer sonstigen Kontaktaufnahme nach unserem Aktionsradius, in welchem wir als Sachverständiger für Holzschutz, Holzgutachter und als Sachverständiger für Holztechnik sowie Schimmelpilzbewertung arbeiten, gefragt: Wir sind als Sachverständige für Holzschutz (Holzgutachter) in Berlin und Brandenburg, in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Teilen von Mecklenburg-Vorpommern tätig. Hier noch einmal eine Auflistung der entsprechenden Landkreise, die Aufstellung entspricht einem Umkreis von ca. 200 km von unserem Sitz aus:

  • Brandenburg: Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und Cottbus, Oder-Spree und Frankfurt/Oder, Märkisch-Oderland, Potsdam-Mittelmark und Potsdam, Stadt Brandenburg, Havelland Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Oberhavel, Barnim, Uckermark (Landkreise in Brandenburg)
  • Sachsen-Anhalt: Stendal, Altmarkkreis Salzwedel, Börde, Jerichower Land, Magdeburg, Salzlandkreis, Saalkreis und Halle, Anhalt-Bitterfeld, Anhalt-Zerbst, Dessau-Roßlau, Wittenberg
  • Sachsen: Nordsachsen, Leipzig, Meißen, Bautzen
  • Mecklenburg-Vorpommern: Ludwigslust-Parchim, Mecklenburgische Seenplatte

Diese Aufzählung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit – wir waren auch schon in Bayern als Sachverständige im Einsatz wie auch im Europäischen Ausland. Fragen Sie einfach bei uns an: Kontakt oder besuchen Sie für Weitere Informationen unsere Startseite.

Unser unmittelbarer Aktionsradius ist oben benannt und wird noch einmal in dieser Karte deutlich:

Aktionsradius

Aktionsradius als Sachverständiger für Holzschutz, Holztechnik und Schimmelpilzbewertung (Holzgutachter)

Wir untersuchen und erarbeiten für Sie als Sachverständiger für Holzschutz, Holzgutachter, und Sachverständiger für Holztechnik und Schimmelpilzbewertung:

  • Holzschutzgutachten mit Schadenskartierung, Fotodokumentation und wenn gewünscht mit Sanierungsempfehlung
  • Schimmelgutachten
  • Bewertung von Mängeln an Holzbauteilen auf dem gebiet der Holztechnik: Treppen, Fenster, Türen, Fassaden, Holzfußböden
  • Holzschadensanalysen
  • Wir übernehmen auf wunsch eine Baubegleitung zur Mängelbehebung in Zusammenarbeit mit einem örtlich verantwortlichen Ingenieur/ einer Ingenieurin als Bauleiter/in
  • Folgen von Wasserschäden
  • Einbeziehung Denkmalschutz
  • Auch kombinierte Gutachten zu allen drei Fachbereichen (Holzschutz, Holztechnik und Schimmelpilzbewertung)

Welche Untersuchungsmethoden nutzen wir?

Als fachbezogene Untersuchungsmethoden nutzen wir als Sachverständiger für Holzschutz, Holzgutachter sowie als Sachverständiger für Holztechnik und Schimmelpilzbewertung die Thermografie (Wärmebildaufnahmen), Feuchtemessungen, Bohrwiderstandsmessungen an Holzbauteile und verschiedene chemische Tests, die wir zu einem großen Teil vor Ort vornehmen. Bei Schimmelpilzproblemen führen wir Luftkeimsammlungen und Oberflächenbeprobungen durch.

Die genauen Modalitäten und eine Einschätzung, ob sich Ihr Anliegen auf unsere Fachbereiche bezieht, können wir gern in einem Erstgespräch klären. Nehmen Sie dazu einfach zu und Kontakt auf: Kontakt. Wir klären dann das weitere Vorgehen per Telefon, per Mail oder per Fax.

Holzschutzmittelaltlasten Lindan PCP DDT Hylotox

Auch heute noch sind alte chlorhalogenhaltige Holzschutzmittel-Beschichtungen in Dachstühlen und Gebäuden allgemein anzutreffen. Man spricht dann von Holzschutzmittelaltlasten. Bekannt ist hierfür das Holzschutzmittel Hylotox aus den Zeiten der DDR. Aber es ist nicht das einzige, welches diese Bestandteile als heutige Holzschutzmittelaltlasten enthielt.

Charakteristisch ist in diesem Zusammenhang oft das Vorhandensein von mit dem bloßem Auge erkennbaren Kristallen

Hylotox-Kristalle

grau schimmernde Kristalle deuten auf Holzschutzmittelaltlasten hin – hier Hylotox

auf der Holzoberfläche. Mitunter finden sich in Dachstühlen auch noch die originalen Dachkarten mit Hinweisen zur Holzschutzmittelbehandlung.

Dachkarte BRD

Dachkarte (ehem. BRD)

Die Zusammensetztung der Holzschutzmittel war territorial verschieden – historisch bedingt. Während auf dem Territorium der ehemaligen DDR meist Holzschutzmittel mit DDT und Lindan eingesetzt wurden, so kamen auf dem Territorium der BRD zumeist Holzschutzmittel mit den Bestandteilen PCP und Lindan zum Einsatz.

Hier eine kurze Charakteristik dieser häufigsten Bestandteile der Holzschutzmittelaltlasten:

Dachkarte DDR

Dachkarte aus der ehemaligen DDR

Lindan (Gamma-Isomere des Hexachlorcyclohexans) ist ein Insektizid und zählt zu den chlorierten Kohlenwasserstoffen. Es ist ein stark flüchtiges Biozid und wird vor allem über die Luft verteilt. Schon nach 24-wöchiger Ablagerung wurde ein Wirkstoffverlust von 45% festgestellt (Dipl. Ing. Bernd Leiße „Über die Belastung von Mensch und Umwelt durch Holzschutzmittel-Wirkstoffe aus imprägniertem Holz, unter Verweis auf Theden, G. „Das Absterben holzzerstörender Pilze in trockenem Holz“ in Material und Organismen 7 (1972) S. 1-10). Lindan kann Schädigungen des Zentralnervensystems, Zittern, Kraftlosigkeit, Schweißausbrüche, Krämpfe u.a. als Vergiftungssymptome verursachen, wobei dies auf den Grad der Belastung und auf das Individuum ankommt.

DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) ist ebenfalls ein Insektizid. Es wird als beständig beschrieben und geht vor allem in den Hausstaub über. DDT ist ein Nervengift und wird vor allem über den Darm und die Haut aufgenommen. In geringer Konzentration verursacht es Erregtheit, höhere Konzentrationen können Lähmungen verursachen.

Tabelle DDR Holzschutzmittel um 1986

Anwendungstabelle , aus „Magazin“ 3/1986, S.93

PCP (Pentachlorphenol) ist ein Fungizid und wurde häufig eingesetzt. Es ist ein leicht flüchtiger Stoff, der sich besonders auch in unbehandelten Gegenständen festsetzt und so zu Sekundärquellen führt.  Es ist ein Umweltgift, welches über den Magen, die Lunge und über die Haut aufgenommen wird.Dei akuten Vergiftungen – also bei hohen Konzentrationen – treten vor allem Bauchschmerzen, Herzbeschwerden, Mattigkeit, Kopfschmerzen, neuralgische Schmerzen und Entzündungen auf. Bedeutsamer sind jedoch die chronischen Erscheinungen bei einer ständigen (geringen) Belastung – die diffuse Symptome verursachen und daher nicht charakteristisch zu beschreiben sind.

Was tun bei einem Verdacht auf Holzschutzmittelaltlasten?

Jeder Verdacht sollte von einer hierfür sachverständigen Person untersucht werden, besonders wenn eine Sanierung geplant oder bereits im Gang ist. Der Aufwand ist ganz unterschiedlich, oft reicht eine Laboranalyse. Die Ergebnisse müssen dann fachkundig gewertet werden und der Sanierungsverlauf entsprechend angepaßt werden. Besteht ein Verdacht einer Belastung von Wohn- oder Aufenthaltsräumen, werden Luft- und Staubproben genommen und analysiert. Da die Belastung oft nicht nur von Primärquellen, sondern auch von Sekundärquellen ausgeht, ich auch hier die Untersuchung vor Ort unumgänglich. Wenn Sie Fragen haben, können Sie gern zu uns Kontakt aufnehmen.

Bunter Nagekäfer (Xestobium rufovillosum De Geer)

Der Bunte oder Gescheckte Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) ist von den einheimischen Nagekäfern (Anobiidae) der größte, er wird zwischen 5 und 7 mm lang. Der Käfer ist dunkelbraun und hat gelbgraue Haarflecken. Die Larve wird bis 10 mm lang und ist goldbelb behaart. Zur Eilarvenentwicklung ist pilzgeschädigtes Holz notwendig, wobei sich ältere Larven auch in nicht durch Pilze vorgeschädigtem Holz weiterentwickeln können. Die Generationsdauer beträgt im Normalfall 3 bis 4 Jahre, unter günstigen Umständen auch 1 bis 2 Jahre und unter ungünstigen Umständen bis 10 Jahre.

Befallen wird vor allem (pilzgeschädigtes) Laubholz und dort die Splintanteile, vor allem Eiche. Nadelholz wird seltener befallen, vor allem nach meiner Erfahrung aber dann, wenn in Gebäuden auch Laubholz – besondern Eichenholz – verbaut ist. Oft findet man Befälle der Larven des Bunten Nagekäfers in historischen Fachwerkshäusern in feuchten Gegenden; bei den meisten historischen Fachwerkshäusern bestehen die Schwellen aus Eiche und die Stiele, Riegel, Rähme usw. aus Nadelholz.

Der Käfer (Bunter Nagekäfer) wird im Volksmund auch „Totenuhr“ genannt. Die Käfer überwintern in den Puppenwiegen und schlüpfen im Frühjahr. Sie machen sich durch Klopfgeräusche (ca. 12 Schläge) dem anderen Geschlecht bemerkbar. Die Bezeichnung „Totenuhr“ kommt daher, da früher auch Hospize aus (Eichen-) Gebälk bestanden. Bei sehr viel Ruhe hörten die Sterbenden die Klopfgeräusche.

Ausflugszeit ist im Mai und Juni, beim Ausflug verursacht der Käfer kreisrunde Fluglöcher von 2 bis 3,5 mm Durchmesser. Charakteristisch ist der linsenförmige, runde Kot der Larven im Fraßmehl. Die Larven hinterlassen ein lamellenartiges durchfressenes Holz.

Fraßbild Bunter Nagekäfer

Fraßbild des Bunten Nagekäfers

Bild Larvenkot

Larvenkot des Bunten Nagekäfers 30fach vergrößert

Der Trotzkopf (Dendrobium pertinax)

Der Trotzkopf (Dendrobium pertinax Linn.1758) kommt als Sekundärbefall an durch einen pilzbefall vorgeschädigtem Holz vor. Die 4 bis 6 mm großen Käfer haben eine schwarze  bis schwarzbraune Farbe und sind der Gestalt nach dem Gewöhnlichen Nagekäfer (Anobium punctatum) ähnlich, der Trotzkopf ist jedoch größer. Die Larven des Trotzkopfes, die vornehmlich in Nadelholz minnieren und zuerst dem Frühholz folgende, später nicht gerichtete, kreuzweise verlaufende Fraßgänge (im Durchmesser rund, bis 4 mm) im Holz erzeugen, werden 5 bis 6 mm groß. Beim Ausschlupf erzeugen die ausgewachsenen Käfer Schlupflocher von 2 bis 3 mm, die kreisrund sind. Die Ausflugzeit der geschlüpften Käfer ist von Mai bis Juni, wobei die Generationszeit beträgt unter guten Bedingungen zwei Jahre beträgt. Der Larvenkot ist tonnenförmig mit einer Krümmung, so dass er trogförmig erscheint. Die Fraßgänge sind vergleichsweise lose mit Bohrmehl und Larvenkot gefüllt, so dass er beim Bewegen beffallener und geborgener Holzteile hinausrieselt. Obwohl der Hausbock, der Gewöhnliche Nagekäfer und auch der Rothalsbock in Gebäuden überwiegen, habe ich in der nahen Vergangenheit an verborgenen, dunklen Stellen (z.B. Balkenköpfen) öfters einen Befall vorgefunden.

 

Bei Fragen können Sie uns hier kontaktieren.

Befallsbild Trotzkopf

Befallsbild des Trotzkopfes (Dendrobium pertinax)

Splintholzkäfer (Lyctidae) – Parkettkäfer – Llyctus-Käfer

Die Käfer der Gattung Lyctidae ( Splintholzkäfer) befallen ausschließlich Laubholz – und bei diesem das stärkereiche Splintholz und werden Splintholzkäfer, Parkettkäfer oder Lyctus-Käfer genannt. Dabei sind die Larven in Ihren Ansprüchen an die Holzfeuchtigkeit sehr genügsam – ab ca. 7 % ist eine Entwicklung möglich. Die Käfer wurden mit importierten Hölzern aus wärmeren Ländern eingeschleppt und haben sich sehr rasch an die hiesigen Bedingungen anpassen können.

Von den einheimischen Holzarten wird sehr oft Eiche befallen, aber auch weitporige Laubhölzer wie Nußbaum, Esche, Edelkastanie usw. sind gefährdet.

Der Liniierte Splintholzkäfer hat eine Körpergröße von 2,5 bis 5 mm. Er hat mit Punktstreifen versehene Flügeldecken und hinterlässt kreisrunde, mit 1 mm Durchmesser sehr kleine und schlecht zu erkennende Ausfluglöcher.

Der Braune Splintholzkäfer ist mit 2,5 bis 8 mm etwas größer, die Ausfluglöcher sind ebenfalls kreisrund und haben einen Durchmesser von 1 bis 2 mm. Die Fraßgänge sind mit Fraßmehl fest verstopft.

Der Splintholzkäfer kommt oft an Wandverkleidungen, Dielen und Parkett aus Laubhölzern, besonders aus Eiche vor. Zunächst gilt es hier, den Befallsumfang zu bestimmen, gefolgt von einer Ursachenanalyse. Mit unter hat der Befall in der Liefer- und lagerkette seinen Ursprung, wenn es sich um neue Ware oder eine gerade beendete Leistung handelt. Oft sind die schon vorhandenen befälle bei der Abnahme nicht zu erkennen und treten erst später zu Tage, wenn die erste generation der geschlechtsreifen Käfer ausgeflogen ist und so Ausfluglöcher zu erkennen sind. Um dies beurteilen zu können, sind Untersuchungen vor Ort und Recherchen notwendig. Hier können Sie zu uns Kontakt aufnehmen: Kontakt

Hausbock (Hylotrupes bajulus)

Der Hausbock (Hylotrupes bajulus Linné)  ist im mittleren Europa das bedeutenste holzzerstörende Insekt. Er bevorzugt warme, feuchte Verhältnisse und kommt daher oft in sonnenbestrahlten Dachstühlen und in Deckenbalken von zu Wohnzwecken genutzten Räumen vor.

Der flache Körper des Hausbockkäfers hat eine ovale Form und ist dunkelbraun bis schwarz. Die gelblich-weißen Larven haben einen segmentierten Körper. Sie werden bis zu 3 cm lang. Beidseitig haben sie drei Punktaugen und drei Paar Brustfüße.

Das Larvenstadium dauert meist 3 bis 10 Jahre, kann aber je nach Bedingungen auch über 15 Jahre andauern.

Kennzeichnend für Befälle durch Hylotrupes bajulus sind die etwa 4 x 7 mm großen Ausfluglöcher und meistens auch eine wellige Holzoberfläche. Mitunter sind auch Fraßgeräuche wahrnehmbar. Das Nagsel ist in den Bohrgängen dicht gepackt, feinpulvrig und stäubend. Die Wände der Fraßgänge sind fein gerillt.

Die Hausbocklarve ernährt sich vom Eiweiß im Holz, daher wird das Splintholz (von Nadelholz) bevorzugt.

Nach einem Feststellen der typischen Befallsmerkmale muß zunächst eingeschätzt werden, ob es sich um einen aktiven Befall handelt. Wenn ja, sind Bekämpfungsmaßnahmen angeraten. Insbesondere kommen hier physikalische, rhermische und auch chemische Verfahren in Betracht. Die Eignung der einzelnen Bekämpfungsmöglichkeiten muß durch eine fach- und sachkundige Person  für den konkreten Fall abgewogen werden.

Bei Fragen können Sie hier zu uns Kontakt aufnehmen.

Hausbock Weibchen

Hausbock-Weibchen

Hausbock-Befall

Befall durch den Hausbock

Hausbock

Hausbock ( hylotrupes bajulus)